Letzte Aktualisierung am: 6. September 2021 19:04 Uhr

Windgeschwindigkeiten werden in verschiedene Stärken in einer Skala unterteilt. Dieses ist die international verbreitete Windstärkeskala nach Beaufort.

Den Namen hat die Skala von Sir Francis Beaufort (1774 – 1857) erhalten. Zu der Entwicklung der Skala hat der Mann allerdings nicht viel beigetragen.

Wenn eine Windstärke ohne den Zusatz einer speziellen Skala genannt wird, ist diese meistens auf die Beaufort-Skala bezogen. So beziehen sich Angaben der Windstärken in der Wettervorhersage oder in Logbüchern in der Regel auch auf die Beaufort-Skala.

Wie funktioniert die Beaufort-Skala?

Die aktuelle Version der Skala wurde im Jahr 1970 mit 13 Windstärken definiert. Dabei gibt es insgesamt 13 Einstufungen, welche von Windstärke 0 bis 12 gehen.

Anhand der Windgeschwindigkeit kann die Windstärke in der Beaufort-Skala eingestuft werden. Dabei werden die Geschwindigkeiten in der Beaufort-Skala in Bereiche eingeteilt. In der Tabelle finden Sie die Bereiche in km/h, m/s, Knoten und mph. Gemessen wird die Geschwindigkeit 10 Meter über dem Boden. Die letzte Stufe (12) beginnt bei 119 Kilometer pro Stunde (km/h). Das entspricht 64 Knoten, 32,7 m/s oder auch 74 mph. Die letzte Stufe in der Beaufort-Skala nennt sich Orkan und wird mit Verwüstungen beschrieben. Stufe 0 der Beaufort-Skala beschreibt Windstille und bezieht sich auf Windgeschwindigkeiten von unter 1 Kilometer pro Stunde (km/h). Die Stufen der Beaufort-Skala verlaufen relativ linear zu den Windgeschwindigkeiten. Zu jeder Einstufung der Skala gibt es eine Beschreibung der Auswirkung auf die Natur. In der Tabelle finden Sie die Auswirkungen auf dem Land. Primär in Bezug auf die Auswirkungen an Bäumen.

Wind-
stärke
in Bft
Bezeichnungmittlere Windgeschwindigkeit
knm/skm/hmph
0Windstille, Flaute0 – < 10,0 – < 0,30 – 10 – < 1,2
1leiser Zug1 – < 40,3 – < 1,61 – 51,2 – < 4,6
2leichte Brise4 – < 71,6 – < 3,46 – 114,6 – < 8,1
3schwache Brise7 – < 113,4 – < 5,512 – 198,1 – < 12,7
4mäßige Brise11 – < 165,5 – < 8,020 – 2812,7 – < 18,4
5frische Brise16 – < 228,0 – < 10,829 – 3818,4 – < 25,3
6starker Wind22 – < 2810,8 – < 13,939 – 4925,3 – < 32,2
7steifer Wind28 – < 3413,9 – < 17,250 – 6132,2 – < 39,1
8stürmischer Wind34 – < 4117,2 – < 20,862 – 7439,1 – < 47,2
9Sturm41 – < 4820,8 – < 24,575 – 8847,2 – < 55,2
10schwerer Sturm48 – < 5624,5 – < 28,589 – 10255,2 – < 64,4
11orkanartiger Sturm56 – < 6428,5 – < 32,7103 – 11764,4 – < 73,6
12Orkan≥ 64≥ 32,7≥ 118≥ 73,
Beaufort-Skala und Windgeschwindigkeiten

Die Auswirkungen der Winde sind oftmals im Winter anders als im Sommer. Der Grund ist die Belaubung der Bäume. Belaubte Bäume bieten eine größere Angriffsfläche für den Wind. Dieses wird Staudruck genannt. Irgendwann hält ein Baum diesen Druck nicht mehr Stand und kippt um oder bricht ab.

Beim Wind gibt es den Mittelwind und die Böen. Angegeben in der Vorhersage auf Wetterkarten ist der Mittelwind. Dieser wird in 10 Metern Höhe gemessen und daraus wird der 10-minütige Wind errechnet. Die Böen sind oft 1 bis zweimal so stark.

Dann gibt es noch die Winde in den höheren Schichten. In etwa 1,44 km Höhe liegt die planetarische Grenzschicht. Hier verliert der Boden seine Wirkung auf den Wind oder die Temperatur. Eine Faustformel sagt, dass der Wind in 1,44 km Höhe ( 850 hPa ) den Böen in etwa 300 Metern Höhe entspricht.

Bei sogenannter Konvektion ( Schauer / Gewitter ) kann der Höhenwind herabgemischt werden. Dabei können die Winde aus 850 hPa, teilweise auch 700 hPa ( 3km Höhe ) herabgemischt werden. Das Gleiche kann auch im Bereich von Kaltfronten passieren, da es hier zur Turbulenz kommt.

Da man vom Mittelwind ausgeht, sind die meteorologischen Bedingungen für die Bezeichnung Sturmtief oder Orkantief über dem Festland selten gegeben. Vor allem Orkantiefs, da der Wind durch den Boden ausgebremst wird. Durch Hindernisse wie Wälder oder Berge erhöht sich jedoch die Böigkeit. Auf dem Meer ist es anders. Hier fehlt die Reibung und der Wind weht im Mittel häufig in Sturm- oder Orkanstärke. Bei der Definition zählen“ nicht “ die Böen. Sonst wäre ja jedes Schwergewitter ein Sturmtief.

  • Windstärke 12: Windgeschwindigkeit: 64–71 kn bzw. 118–133 km/h, statt bisher >117 km/h
  • Windstärke 13: Windgeschwindigkeit: 72–80 kn bzw. 134–149 km/h
  • Windstärke 14: Windgeschwindigkeit: 81–89 kn bzw. 150–166 km/h
  • Windstärke 15: Windgeschwindigkeit: 90–99 kn bzw. 167–183 km/h
  • Windstärke 16: Windgeschwindigkeit: 100–108 kn bzw. 184–202 km/h
  • Windstärke 17: Windgeschwindigkeit: ≧109 kn bzw. ≧203 km/h

Wind auf Wetterkarten

Auf Wetterkarten wird der Wind in sogenannte Windfedern dargestellt. Dabei zeigt die Spitze der Windfeder immer in die Richtung, in der der Wind weht. Auf der Windfeder wird die Windstärke in Knoten dargestellt. Ein kurzer Strich steht für 5 Knoten und ein langer Strich steht für 10 Knoten.

Ein ausgefülltes Dreieck steht für 50 Knoten. In der Wettervorhersage wird also international die gleiche Windstärkeskala verwendet. Die Windstärke 5 in Deutschland ist die gleiche Windstärke 5 wie z.B. in Brasilien. Nur die Einheit der Geschwindigkeit unterschieden sich, wobei Knoten überwiegend verwendet werden, jedoch es gibt auch Meilen pro Stunde ( mph ). Bei der Angabe von der Scherung nimmt man gerne Meter pro Sekunde ( m/s).

Weitere Windstreckenskalen wie die Tornadoskala oder die Hurrikanskala.

Die Tornadostärken richten sich aber nicht nach der Windgeschwindigkeit, sondern wird anhand der angerichteten Schäden geschätzt. Sie sind auch keine Sturm- oder Orkantiefs, sondern gehören zu den Wirbelstürmen. Hurrikane sind tropische Wirbelstürme, die anders entstehen als unsere europäischen Sturmtiefs.

Hurrikane mit Sturmflut

Sie benötigen für die Entstehung warmes Meerwasser mit mehr als 26 Grad. Übrigens gibt es ab und an im Mittelmeer einen kleinen Bruder der Hurrikane. Er wird Medicane genannt und ist kleiner als der Hurrikan, aber die Entstehung ist ähnlich und auch er kann Orkanböen und viel Regen bringen.

Tropische Wirbelstürme gibt es überall auf der Welt, wo warmes Wasser ist. Sie unterscheiden sich nur durch die regionalen unterschiedlichen Bezeichnungen. Im Atlantik heißen sie Hurrikan, im Westpazifik sind es Taifune und im Indischen Ozean wie auch in Australien sind es Zyklone.

Die TORRO-Skala, auch kurz T-Skala, ist eine Skala zur Erfassung der Intensität von Tornados und anderen Starkwindereignissen wie Downbursts und umfasst die Stufen T0 bis T10. Sie wurde von Terence Meaden von der „Tornado and Storm Research Organisation“ (TORRO), einer meteorologischen Organisation im Vereinigten Königreich, als Ergänzung zur Beaufort-Skala entwickelt. Die Skala wurde von 1972 bis 1975 getestet und anschließend von der Royal Meteorological Society veröffentlicht.

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