Warnlagebericht zeigt erhöhtes Gewitterrisiko im Westen

Letzte Aktualisierung am: 9. September 2021 10:16 Uhr

Deutschland befindet sich heute auf der Vorderseite eines hochreichenden Tiefs mit Kern über Irland. Der Gegenspieler ist eine hochreichende Hochdruckzelle über der Ukraine. Der Tiefdruckeinfluss über Deutschland nimmt zu und ein Frontensystem greift auf Deutschland über.

Wettergefahren am heutigen Donnerstag

Im Vorfeld gelangt aus südlicher Richtung feuchtwarme Luft zu uns und so können Hebungsimpulse durch die vorrückende Kaltfront Schauer und Gewitter ausgelöst werden. Schaut man sich die Windpfeile an, ist zu erkennen, dass nur wenig Bewegung in der Atmosphäre vorhanden ist und so werden mögliche Schauer und Gewitter eine niedrige Verlagerungsgeschwindigkeit aufweisen können. Dadurch liegt der heutige Fokus auf heftigen Starkregen.

Luftdruckverteilung über Europa

Vor allem im Westen des Landes erhöhte Gewittergefahr

Die Wettermodelle zeigen heute über Deutschland eine potenzielle instabile Luftmasse mit einem möglichen KO-Index von bis zu -12 K. Zudem steigt der Gehalt an niederschlagbaren Wassers auf bis zu 40 mm. Diese Feuchtigkeit kann mithilfe der anderen Komponenten Energie erzeugen mit bis zu 1000 j/kg.

Aufgrund einer fehlenden vertikalen Windscherung sind organisierte, Strukturen eher nicht zu erwarten. Daher zeigt sich der Fokus klar auf den Starkregen. Dabei sind Regenmengen von 20 bis 40 mm innerhalb einer Stunde möglich und so sind lokale Überflutungen nicht auszuschließen. Auf den Straßen zeigt sich ein hohes Risiko für Aquaplaning und deutlicher Sichtbehinderung.

Einzelne Unwetter durch ergiebigen Starkregen können nicht ausgeschlossen werden. So zeigen einzelne Prognoseparameter entsprechend geringe Signale. Beim Energiewert zeigen sich mögliche Zeichen für kräftigere Aufwinde was förderlich für die Hagelbildung ist. Großhagel ist jedoch nicht zu erwarten. Die Gefahr organisierter Konvektion in Form von Superzellen ist ebenfalls nicht ersichtlich. Zumindest zeigen das die verschiedenen Scherungsparameter.

Fazit: Alle Modelle haben heute über der Westhälfte Deutschland Gewitter zu bieten mit besonderem hohem Risiko über NRW. Die Modelle haben bis auf den Starkregen nur wenig Signifikantes im Programm. Wie immer bei solchen Wetterlagen ist nicht vorhersagbar, wo genau sich die Zellen bilden und wie intensiv diese ausfallen können. Die Schauer und Gewitter werden sich im weiteren Verlauf dann weiter in Richtung Nordost und Ost ausdehnen.