Letzte Aktualisierung am: 15. September 2021 9:41 Uhr

Roland heißt das Tief, welches uns allmählich beschäftigen wird. Es verlagert sich von Frankreich her weiter zur Deutschen Bucht und seine Warmfront überquert Deutschland in der Nacht und liegt am Mittwochmittag bereits im äußersten Norden und Nordosten des Landes.

Hinter der Warmfront gelangt warme aber auch sehr feuchte Luft nach Deutschland. Vom Westen her nähert sich dann die Kaltfront, die teilweise als Warmfront rückläufig wird und somit ausgebremst wird. Dieses nimmt einiges an Dynamik aus dem System, wodurch nicht überall mit kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen ist. Des Weiteren auch flächiger schauerartiger, teils gewittriger Regen nicht ausgeschlossen.

Luftdruckverteilung über Europa am 15.09.2021

Die Höhenwetterkarte zeigt hinter dem Tief ein schwacher Trog, der mit positiver Vorticity Advektion und Hebung das Bodentief stützt. Im Vorfeld zeigt sich die Achse eines Höhenrückens und auch in seinem Vorfeld tritt Absinken auf, was die Hochdruckentwicklung stützt, während dahinter die erwähnte Hebung zu finden ist. Hinter dem erwähnten Trog zeigt sich ebenfalls Absinkbewegungen was einen Druckanstieg zur Folge hat. Bis Donnerstag überquert uns die genannte Kaltfront weiter ostwärts und liegt am Mittag bereits über dem äußersten Osten und Südosten des Landes. Dabei treten im Vorfeld dieser Kaltfront weitere Schauer und Gewitter auf. Dabei kann es erneut lokale unwetterartige Entwicklungen geben, besonders im Südosten.

Schaut man sich die Windpfeile an so sehen wir nur wenig Bewegung in der Atmosphäre mit 10 bis 30 Knoten in ca. 5.25 km Höhe und Bodenwinde von 0 bis 10 Knoten. Hierbei zeigt sich nur sehr punktuell eine leichte vorhandene vertikale Windscherung. Zudem werden wir erneut langsam ziehende Zellen zu erwarten haben mit Verlagerungsgeschwindigkeiten von 10 bis 20 Knoten, teilweise auch geringer. Durch den erneuten Anstieg des Gehaltes an niederschlagbaren Wassers von 35 bis 40 mm, wird wohl erneut der Starkregen im Fokus stehen. Die Modelle rechnen punktuell Regenmengen von mehr als 20 mm innerhalb einer Stunde.

Signifikantes Wetter Modell Icon EU Modellstand 18.00 Uhr

Die hochaufgelössten Modelle Swiss HD und WRF zeigen punktuelle starke Entwicklungen und sogar ein leicht erhöhtes Risiko für eine Superzelle, die am Südrand von Thüringen ostwärts bis nordostwärts ziehen soll was aber abzuwarten bleibt. Die Blitzraten werden nicht sehr hoch berechnet und mögliche fehlende Dynamik kann die Konvektion bremsen bzw. abschwächen. Zudem werden keine hohen Energiemengen gerechnet. Die Modelle rechnen teilweise nur wenige hundert j/kg an Energie. Auch der Labilitätsindex LI ( Lifted Index ) ist mit -2 bis +2 K nicht sonderlich auffällig angesiedelt.

Akkumulierter Niederschläge in den kommenden 48 Stunden über Deutschland

Der KO-Index zeigt mit möglichen Werten von -2 bis -6 K eine mögliche potenzielle Instabilität, die durch mögliche Hebung in Labilität umgewandelt werden kann. Somit scheint die Hauptgefahr klar im Starkregen zu liegen. Sollte es zur Bildung einer Superzelle kommen, so wäre Sturmböen und Hagel ein weiteres Risiko. Selbst ein Tornado wäre denkbar, auch wenn die diesbezüglichen Parameter nur sehr wenig auffällig sind.

Die Modelle sehen die möglichen Gewitter recht ähnlich und auch der erhöhte Gehalt an niederschlagbaren Wassers mit der geringen Höhenströmung wird ähnlich gerechnet. Wie immer werden Gewitterverteilung und Intensität unterschiedlich gerechnet. Teilweise werden großflächige Starkregengebiete mit schauerartigen Regenfällen mit einzelnen eingelagerten Gewittern gerechnet.

Ein Gedanke zu „Tief Roland bringt punktuell kräftige Schauer und Gewitter“

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