Letzte Aktualisierung am: 26. September 2021 17:31 Uhr

Deutschland befindet sich heute unter dem Einfluss eines Hochs welches, sich ostwärts verlagert und durch einen Höhenrücken gestützt wird. Durch verschiedene Strömungsrichtungen hat sich über dem Südwesten eine Konvergenz ausgebildet, wo es auch schon ein Gewitter gab. Dahinter folgt nach Südwesten hin weiterer Hochdruckeinfluss, der aber vor allem zu den Beneluxstaaten und Nordwestdeutschland deutlich abgeschwächt wird. Vom Atlantischen Ozean nähert sich die Kaltfront eines kräftigen hochreichenden Tief südlich von Island, gefolgt von einer Trogachse.

Gewitterwarnung am Sonntag dem 26.09.2021

Durch die Trogachse werden Hebungsimpulse im Bereich der Kaltfront gestärkt, wodurch diese eine deutliche Wetterwirksamkeit aufweist. Im Vorfeld wird jedoch sehr warme aber auch feucht instabile Luft nordwärts geführt, die auch Deutschland beeinflusst. Diese Warmluftadvektion ist auch deutlich auf der Höhenwetterkarte zu sehen bei Temperaturen von -10 Grad oder -13 Grad in 5 bis 6 km Höhe. Im Bereich Paris zeigt sich eine kleine Blase mit kälterer Höhenluft. Im Bereich des Höhentiefs und der Trogachse werden Temperaturen von bis zu -33 Grad in 5 km Höhe gerechnet.

Der Jetstream wird von einem kräftigen Mid Level Jet Umgebung mit Windgeschwindigkeiten von 65 bis 95 Knoten. Über Mitteleuropa dagegen ist die Höhenströmung schwach ausgeprägt mit 15 bis 30 Knoten. Stärker ist die Höhenströmung auch über dem Mittelmeerraum mit bis zu 50 Knoten. In der südlichen bis südwestlichen Strömung kommt es aufgrund der vorrückenden Kaltfront zu Hebungsimpulsen und auch die Konvergenz wird sich über Süddeutschland wetter wirksam zeigen.

Am Montag findet sich die Kaltfront über Westeuropa und wurde durch eine neue Zyklogenese und Warmfrontentwicklung im Norden ausgebremst und verliert seine Dynamik. Über Ostdeutschland wird eine Konvergenz gerechnet, wodurch hier die Gewittergefahr Bestand hat.

Bei der Verteilung des Gewitterpotentials rechnen die Modelle recht unterschiedlich, wodurch es zu Unsicherheiten bei der Prognose kommt. Während die einen die Gewitter eher über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern rechnen, zeigen andere Modelle ein Risiko auch über Rheinland-Pfalz und Hessen mit Ausbreitungstendenzen zur Mitte. In einem sind die Modelle sich aber fast einig.

Es ist mit heftigem Starkregen zu rechnen mit punktuell 30 mm innerhalb einer Stunde und im Grenzbereich Bayern / Baden Württemberg zeigt sich auch eine Menge von bis zu 70 mm innerhalb von 6 Stunden bis 00:00 Uhr. ICON D2 sieht es eher über Bayern. Andere Modelle rechnen jedoch nicht so hohe Mengen, sondern sind bei 15 bis 30 mm in 6 Stunden angesiedelt.

Bei der Windsituation sind die Modelle eher schwach aufgestellt, dennoch kann man einzelne konvektive Sturmböen nicht ausschließen. Hagel wird es wohl nicht geben und wenn, dann nur kleinkörnig. Organisierte Entwicklungen sind zwar nicht unmöglich, besonders über Bayern, jedoch eher gering wahrscheinlich.

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