Tief Hendrik nähert sich Deutschland. Sturmgefahr steigt an.

Sturmalarm über Deutschland

Letzte Aktualisierung am: 18. Oktober 2021 8:05 Uhr

In der neuen Woche ändert sich die Wetterlage über Deutschland erneut. Ab Mitte der Woche sorgt das Sturmtief Hendrik für wechselhaftes Wetter mit dementsprechender Sturmgefahr. Vor allem an den Küsten und drohen teils schwere Sturmböen.

Schrittweise Umstellung der Wetterlage

Schon am heutigen Montag ist die Wetterumstellung zu spüren. Im Vorfeld des Sturmtiefs Hendrik strömen aus Südwesten recht milde Luftmassen nach Deutschland. Die Nebelfelder welche derzeit für Sichtbehinderungen sorgen, lösen sich am Vormittag auf. Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf spürbar an. 16 bis lokal 19 Grad sind zu erwarten. Am Dienstag schlägt die Stunde der atlantischen Tiefs, welche von Westen nach Osten ziehen, dabei ist örtlich mit geringem Niederschlag zu rechen.

Signifikantes Wetter Modellrechnung für Dienstag dem 19.Oktober 2021

So sieht das ICON-D2 Wettermodell des Deutschen Wetterdienstes die Wetterlage am Dienstag. Schon am frühen Morgen, nähert sich ein Niederschlagsgebiet aus Südwesten, welches zunächst Rheinland-Pfalz, das Saarland und NRW erfasst. Hier und da ist schauerartig verstärkter Regen nicht ausgeschlossen. Im Großen und Ganzen halten sich die Niederschlagsmengen jedoch in Grenzen. Bis zum Mittag muss dann ebenfalls in der Mitte des Landes, sprich Hessen und dem westlichen Baden-Württemberg mit Regen gerechnet werden. Bis zu Abend, weitere Niederschläge im Norden und in Bayern.

Ungewöhnliche Oktoberwärme ab Dienstag

Im Vorfeld eines Sturmtiefs, welches vor allem am Donnerstag für windige Zeiten sorgt, steigen die Temperaturen im Gegensatz zu den letzten Tagen deutlich an. Dazu die aktuelle Berechnung des französischen AROME Modell.

Temperaturen am Dienstag dem 19.10.2021 Arome Wettermodell

Wie man deutlich erkennen kann, steigen die Temperaturen im Tagesverlauf aus Südwesten deutlich an. Während es im Norden und Nordosten des Landes mit 12 bis 14 Grad meist noch frisch bleibt. Wird es aus Frankreich her im Südwesten mit 16 bis 20 Grad schon deutlich wärmer. In Frankreich direkt sind bis 22 Grad nicht ausgeschlossen. Bis zum Mittwoch wird diese warme Luftmasse weiter in Richtung Landesmitte vorankommen.

Sturmgefahr am Donnerstag über Deutschland?

Die Wettermodelle simulieren schon seit einigen Tagen, eine mögliche Sturmlage am kommenden Donnerstag über teilen von Deutschland. Wie bei jeder markanten Wetterlage, welche noch einige Tage in der Zukunft liegen, gibt es große Unsicherheiten, welche das Sturmfeld an sich angeht. Was die Wettermodelle aktuell an Informationen zum Thema Sturm sagen, wollen wir kurz in einer Modellübersicht erörtern.

Windböen Berechnung für Mittwoch, dem 20.10.2021

Diese Wetterkarte zeigt die aktuelle Berechnung der Windböen in 10 Meter Höhe. Das Wettermodell gehört zum Deutschen Wetterdienst und nennt sich ICON-D2. Es handelt sich hierbei um ein hochauflösendes Kurzfristmodell, welches im Gegensatz zu anderen Wettermodellen alle 3 Stunden ein neues Update fährt. Wie Sie selber sehen können, wird es ab Mittwoch deutlich windiger, von einem Sturm kann man jedoch noch nicht sprechen. An den Küsten der Nord und Ostsee frischt der Wind auf und Sie müssen mit Böen von 40 bis 60 km/h rechnen. Dies gilt ebenfalls für die Mittelgebirge. Exponiert sind Sturmböen durchaus möglich.

Am Donnerstag verbreitet stürmisch, teils schwere Sturmböen

Am Donnerstag nimmt der Wind deutlich mehr Fahrt auf, jedoch wird nach jetzigem Stand der Wettermodelle keine schwere Sturmlage erwartet. Meist bleibt es bei Böen, welche sich zwischen 50 und 75 km/h bewegen. Auf den Bergen und an der See sind schwere Sturmböen bis 100 km/h nicht ausgeschlossen.

Wind/Sturm am Donnerstag über Deutschland

Das Icon-EU-Wettermodell sieht derzeit verbreitet Wind bzw. Sturmböen über Deutschland, bis auf den Süden ist komplett Deutschland betroffen. Vor allem an der See und auf dem Brocken sind schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen. Bitte beachten Sie, dass sich die Wettermodelle bis zum Donnerstag noch deutlich ändern können.

Wettergefahren Vorschau in der Zusammenfassung

  • Am Montag und Dienstag keine markanten Wetterentwicklungen. Erst in der Nacht zum Mittwoch in höheren Lagen zunehmend stürmisch.
  • Am Mittwoch im Westen und Nordwesten sowie im Bergland zunehmend starke bis stürmische Böen aus Südwest, im höheren Bergland sowie an der Nordsee Sturmböen. In der Nacht zum Donnerstag gebietsweise stürmische Böen oder Sturmböen.
  • Am Donnerstag weiter windig bis stürmisch, vor allem im Norden und in der Mitte stürmische Böen oder Sturmböen aus West bis Südwest möglich, an der Ostsee wahrscheinlich.

Luftmassenverteilung über Deutschland

Die Animation zeigt Ihnen, wie sich die warme Luft aus Südwesten über Deutschland breit macht. Die Temperaturen werden lokal auf über 20 Grad ansteigen. Doch schon bald wird eine Kaltfront folgen und die Tageshöchstwerte werden der Jahreszeit entsprechend wieder deutlich in den Keller sinken.

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Luftmassenverteilung über Deutschland

Angelo D Alterio

Wetterauwetter.news wurde Im Jahr 2019 zunächst als regionaler Anbieter wetterauwetter.de von Medien Meteorologe Angelo D Alterio gegründet. Ich bin seit 2013 Medien Meteorologe mit Schwerpunkt Gefahrenabwehrmeteorologie Unwetterwarnungen und Synoptik. Von 2015 bis 2021 war ich Gesellschafter der Unwetteralarm Schweiz GmbH. Aktuell bin ich einer von 3 Redakteuren, welche auf Wetterauwetter.news über das tägliche Wetter in Deutschland berichtet. Des Weiteren findet man meine Artikel auf Instagram und Facebook.

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