Vor allem in der Nacht und am Donnerstag hohe Sturmgefahr

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Letzte Aktualisierung am: 20. Oktober 2021 15:00 Uhr

Deutschland befindet sich heute im Einflussbereich eines umfangreichen Tiefs über Nordeuropa. Vom Atlantik her nähert sich ein Randtief, das am Mittag voraussichtlich südlich von Irland liegt und bis Donnerstagmittag zur Nordsee zieht. Dabei nehmen die Druckgegensätze, welche sich beim Wind zeigen wird.

Die Hohenwetterkarte zeigt im Bereich des Randtiefs eine Trogachse, dessen Hebungsimpulse sich auf die Zyklogenese auswirkt. Vom Trog über Mitteleuropa bis zur Ostsee und dem Baltikum zeigt sich ein Mid Level Jet mit Geschwindigkeiten von 80 bis 100 Knoten in ca. 5 bis 6 km Höhe.

Im Vorfeld einer Kaltfront, die sich von der nördlichen Ostsee bis Südwesteuropa erstreckt, wird sehr warme Luft nach Nordosten geführt, welche sich sogar in Stockholm mit 15 Grad bemerkbar machen wird.

Über Deutschland zeigt sich das mit Temperaturen von 16 bis 20 Grad, teils sogar darüber. Der Wind wird sich weiter verstärken. Höhenkaltluft, die über dem Nordwesten zeigt, kann die Luftmasse destabilisieren und somit im Bereich der Kaltfront und im Umfeld teils kräftige Gewitter auslösen. Hierbei können schwere Sturmböen ausgelöst werden.

Stufe 2 wird vorhergesagt für die Gefahr schwerer Sturmböen um 100 km/h auf dem Brocken und im Hochschwarzwald. Stufe 1 wird vorhergesagt für die Gefahr von Sturmböen bis 85 km/h an den Küsten und den Mittelgebirgen.

Warnung vor Gewittern am Abend

Vor allem über der Nordsee können sich sogar organisierte Gewittersysteme entwickeln mit einem leicht erhöhten Tornadorisiko. Die jeweiligen signifikanten Werte zeigen hierfür Signale am Nachmittag und frühen Abend.

Am Donnerstag bzw. in der Nacht zum Donnerstag erreicht uns aus Südwesten her, das Starkwindfeld des Randtiefs. Dabei nimmt der Wind nochmals deutlich zu und es können auch im Flachland Sturmböen aufziehen. Dieses Starkwindfeld breitet sich dann weiter nach Nordosten und zur Mitte aus und vor allem in höheren Lagen drohen schwere Sturmböen, eventuell auch orkanartige Böen. Dazu wird aber noch ein Update folgen.

Das amerikanische Modell zeigt ebenfalls signifikante Entwicklungen die sich auch auf den Nordwesten von Deutschland auswirken können mit einem erhöhten Index des signifikant Tornadoindex und einem erhöhten Supercell Index. Der Vorhersagesounding von WRF zeigt am Beispiel Emden ebenfalls das mögliche Risiko für signifikante Entwicklungen. Das hochaufgelöste Modell von Kachelmannwetter Swiss HD zeigt ebenfalls dementsprechende Signale. Auch viele andere Modelle wie ICON oder ECMWF haben Gewitter vor allem über der Nordsee im Programm, allerdings weniger signifikant.

Udo Karow

Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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