Mittelfrist zeigt sogar Möglichkeiten für Schnee im Flachland

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Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021 10:21 Uhr

Die Spatzen haben es ja bereits vom Dach gepfiffen. Der Wettertrend in der Mittelfrist deutet eine kühle bis kalte Witterung an. Dieses wollen wir uns mal genauer ansehen.

Als Vergleich habe ich die Globalmodelle GFS ( amerikanisches Modell ) und ECMWF ( europäisches Modell ) Lauf 14.11.2021 00z / 01 Uhr genommen. Die Wettermodelle deuten in Richtung Monatsende eine mögliche kühle oder kalte teils winterliche Witterung an, bei dem auch Schnee eine Rolle spielen könnte und das nicht nur im Bergland.

So soll sich über dem Atlantik ein umfangreiches Hochdruckgebiet aufbauen, das von beiden Globalmodellen gerechnet wird. Dabei zeichnet das europäische Modell das kräftigste Hoch mit einem möglichen Kerndruck mit über 1040 hPa, aber auch weiter westlich als das amerikanische Modell. Dieses rechnet das Hoch etwas schwächer mit bis zu 1030 hPa und eher über dem Ostatlantik und den britischen Inseln. Als Gegenspieler werden Tiefdruckgebiete vom Mittelmeerraum bis Nordrussland gerechnet. Hier ist es umgekehrt, denn das europäische Modell rechnet die Kerndrücke höher als GFS.

Diese Druckkonstellationen sorgen in der Regel dafür, dass kalte Luft polaren Ursprungs mit einer nördlichen Strömung zu uns gelangt und über dem Mittelmeerraum Tiefdruckentstehungen begünstigt. Beim europäischen Modell deutet sich sogar eine Nordostlage an, mit der sogar Kaltluft aus Nordrussland, eventuell auch sibirischen Ursprungs nach Deutschland gelangt. Jedenfalls sind beide Modelle derzeit auf einen kühlen bis kalten Kurs besonders zum Ende der Mittelfrist ( Mittelfrist = 10 Tage ) 

Der NAO-Index deutet ebenfalls in seiner Ensembleberechnung die Möglichkeit für eine umgekehrte Wetterlage. Normal wird unser Wetter von einem Islandtief und einem Azorenhoch bestimmt. Dabei ist der Indexwert positiv angesiedelt. Je positiver der Wert, desto kräftiger der Unterschied und das wiederum wirkt sich auf die Wetterlage aus, der sogenannten Westwetterlage.

NAO-Index beschreibt Unterschied des 500 hPa Geopotentials zwischen Island und den Azoren bzw. Portugal

Diese umgekehrte Wetterlage ist dementsprechend der Bringer für kalte Nord- und / oder Nordostlagen oder auch Ostlagen. Im Winter deutet das auf mögliche winterliche Tage hin teilweise sogar die Möglichkeit für Dauerfrost oder auch Schnee.

Auf der Grafik wird die Ensembleberechnung von verschiedenen Lösungen dargestellt, den sogenannten Membern. Dabei wird dargestellt das Maximum, das Minimum und das Ensemblemittel, teilweise auch mit dem Hauptlauf oder Kontrolllauf.

Die Grafik zeigt die mögliche Temperaturentwicklung in der Mittelfrist. Obwohl die Modelle hier unterschiedlich rechnen, scheint ein klarer Trend sichtbar zu sein, nämlich einen fortschreitenden Rückgang der Werte. Die Minimumwerte von ECMWF sind allerdings derzeit ein Ausreißer. Dort wo sich das Mittel befindet werden sich die möglichen Temperaturen ansiedeln. Dennoch zeigen die Mittelwerte einen deutlichen Trend, nämlich abwärts.

Der Trend scheint klar zu sein, allerdings sind die Berechnungen auf einem solchen Zeitrahmen noch mit Unsicherheiten behaftet, besonders wenn es um Details geht. Grund dafür ist die Auflösung, die besonders beim GFS-Modell sehr grob ist, mit teilweise über 20 km X 20 km, während bei ECMWF die Auflösung 9 km X 9 km beträgt. Somit bleibt es noch abzuwarten, was nun genau passiert und wie sich das ganze genau entwickelt.

Es kann noch niemand sagen, wie das Wetter nun wird und ob es z.B. am 23.11 Schnee gibt oder auch nicht. Dafür sollte man schon auf die Prognosezeit der Kurzfrist ( 3 Tage / 72 h ) warten maximal 5 Tage. Dann lassen sich schon eher Details erkennen woebi die Kurzfrist am sichersten ist.

Udo Karow

Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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