So startet das Neue Jahr beim Wetter

Wildes Wetter im Neuen Jahr. Neue Tiefs bringen Sturm, Regen und neuen Frost.

Letzte Aktualisierung am: 30. Dezember 2021 15:35 Uhr

Der Jahreswechsel 2021/2021 geht bei milden Temperaturen über die Bühne. Dabei wurden am heutigen Donnerstag teils 16 Grad gemessen, sehr ungewöhnliche Temperaturen, wenn man bedenkt, dass wir mitten im Winter verweilen.

Tief Tobias sorgt für mildes Wetter zum Jahreswechsel

Aktuell bestimmt das Tief Tobias das Wetter über Deutschland. Dabei wird Deutschland mit einem Schub milder Tropenluft geflutet, diese Luftmasse sorgt vor allem im Südwesten für zweistellige Werte. Im Südwesten wurden gegen Mittag teils 16 Grad gemessen. Nur ganz im Nordosten dort ist es nach wie vor mit 5 bis 8 Grad deutlich kühler.

Am letzten Tag des Jahres gibt es eine Zweiteilung beim Wetter. Während die Nordhälfte von Deutschlanf von einem Randtief beeinflusst wird, gelangt der Süden und Südwesten zunehmend unter Hochdruckeinfluss. Über die Küstengebiete ziehen immer wieder schauerartige Niederschläge hinweg.

Am Nachmittag breitet sich dann leichter Regen oder auch mal Sprühregen weiter südwärts bis nach NRW, ins südliche Niedersachsen und nach Berlin-Brandenburg aus. In der Nordhälfte ist es sehr windig mit Böen um 60, an der Nordsee auch um 70 km/h. Im Süden bleibt es trocken und hier gibt es ein Gemisch aus Nebel, Hochnebel und Sonne. Mit Sonne könnten die Temperaturen örtlich auf über 15 Grad ansteigen. Im Nebel würde es bei Temperaturen unter 10 Grad bleiben.

Sogar Wintergewitter sind im neuen Jahr nicht ausgeschlossen. Das ICON EU zeigt erste Signale. (Rosa)

Anfang Januar 2022 windige bis stürmische Westlage möglich

Die aktuelle sehr milde Wetterphase, welche auch über Silvester/Neujahr mit Temperaturen von 10 bis 18 Grad anhält, könnte ab dem 4/5. Januar 2022 in eine windige bis stürmische Westlage übergehen.

Die Wettermodelle geben sowohl in den Hauptläufen als auch in den ENS im Mittel Hinweise auf ein großes Sturmtief, das sich von Island nach Skandinavien bewegt. Dabei liegen nach den aktuellen Modelllösungen West- und Mitteleuropa im zyklonalen Einfluss des Sturmtiefs, südlich des steuernden Tiefs können sich neue Tiefs und Randtiefs entwickeln.

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Immer wieder ziehen Schauer und sogar Gewitter über das Land. Von einem markanten Wintereinbruch ist derzeit nichts zu sehen.

Im Mittel der ENS ist jetzt schon zu sehen, das die Isobaren-Dichte zwischen dem Nordmeer und West-/Mitteleuropa bei einem Druckwert von 5 hpa zu 200 km gerechnet wird.

Bis zum 5. Januar 2022 ziehen kräftige Tiefs vom Atlantik nach Skandinavien, dabei deuten die Modelle schon für den 3/4. Januar 2022 eine Sturmtief-Entwicklung über Mitteleuropa an.

Wenn die Tiefs nach Skandinavien ziehen und das Azoren-Hoch kurzzeitig bis nach Westeuropa keilt, könnte in Kombination mit dem Hochrücken südwestlich des Tiefdruckkomplexes am Jet noch ein starkes Tief oder Sturmtief entstehen. Das ist aber noch etwas unklar in den Modellen.

Nachdem das Azoren-Hoch nur kurzzeitig um den 5. Januar 2022 einen Ableger-Keil bis Mitteleuropa aufbaut, entsteht bei Neufundland/Grönland ein großes Orkantief, bzw. mehrere Orkantiefs mit deutlicher Vertiefung des Geopotentials auf unter 490 gpdm. Die starken Tiefs Teil von um 950 hpa ziehen Richtung Island/Nordmeer gleichzeitig verstärkt sich das Hoch auf dem südöstlichen Atlantik/Azoren, sodass eine starke positive NAO entsteht.

Wie schon beschrieben, deutet das ENS jetzt schon einen Druckwert von 5 hpa zu 200 km in West-/Mitteleuropa nach dem 5. Januar 2022 an, was auf eine sehr turbulente und stürmische Westlage deutet. Noch ist aber unklar, ober West- und Mitteleuropa im zyklonalen Sektor der Tiefs liegen.

Obwohl diese Variante in allen Modellen zu sehen ist, könnte sich das Hoch etwas weiter nach Norden ausdehnen, sodass es in West- und Mitteleuropa nur für eine windige antizyklonale Westlage reicht. Davon ist aber momentan nicht auszugehen, wie es in den ENS anhand der Isobaren-Dichte zu sehen ist.

Das bedeutet, dass es bis zum 5. Januar 2022 sehr mild und windig bleibt, mit Sturmgefahr um den 3. Januar 2022, dann kurzzeitig eine kühle Rückseite um den 5. Januar 2022, bevor danach, wie schon beschrieben eine sehr starke westliche Strömung auf dem Atlantik entsteht. Dann wären auch schwere Stürme mit Orkanpotential im Flachland denkbar.

Winterwetter mit Frost und Schnee über mehrere Tage ist erstmal nicht in Sicht.

So ist davon auszugehen das der Januar 2022 meist windig und mild bleibt, kaltes Wetter ist dann in Form von kurzen Rückseiten in der westlichen Strömung und in Zwischen-Hochs nach kalten Rückseiten/Nordwestlagen möglich.